Local Hero Andrea Seehuber bloggt: PowerOn

Dieser Zustand kennt viele Namen. Gas geben, attackieren, sich reinhängen oder eben, wie ich mir es von jemanden abgeschaut habe, PowerOn. So heißen Phasen, in denen etwas vorangeht. In denen es Weiterentwicklung gibt, man Vorbereitungen trifft und Grundlagen legt. Man kann die vergangenen vier Wochen definitiv so bezeichnen. Und das, obwohl ich mich offiziell noch in der Off-Season befinde, denn die Pläne von unserem Trainer Bernd Rose werden erst wieder ab Februar unser E-Mailpostfach füllen.

Aber wie gesagt, es tut sich was im zweiten Teil von Local Heroes. Am besten fange ich da an, wo ich das letzte Mal aufgehört habe: bei meinem Post über das Tri Team Chieming, meinem Verein.  Das Team wird von Triathlon-Profi Christian Jais betreut. Er schreibt einen wöchentlichen Trainingsplan und immer wieder gibt es ein gemeinsames Trainingswochenende, so wie am 1. und 2. Dezember. Die Winteredition, denn angesetzt war eine Schwimmanalyse im Hallenbad und Langlaufen. Beim letzterem musste ich passen, aber dazu komme ich noch.

Die Schwimmanalyse jedenfalls habe ich mit Spannung erwartet. Das erste Mal, dass ich beim Kraulen gefilmt wurde, war beim Trainingswochenende mit Jan Wolfgarten im März. Und zu diesem Zeitpunkt war ich noch ein blutiger Anfänger.

Mit dem Ergebnis der Analyse bin ich sehr zufrieden. Erstens, weil deutlich Fortschritte erkennbar sind und zweitens, weil ich mittlerweile einen Automatismus beim Kraulen entwickelt habe, der es mir ermöglicht, an konkreten Dingen zu arbeiten. Das heißt, ich muss mich nicht mehr darauf konzentrieren, mich über Wasser zu halten, sondern ich kann Details herausgreifen und gezielt an diesen arbeiten, eins nach dem anderen. Nach der Auswertung von Christian Jais wäre das zum Beispiel: „Beinschlag kürzer und schneller ausführen. Anstellen des Ellenbogens üben. Den Kopf etwas höher halten und beim Atmen nicht zu weit aufdrehen“. Aber am wichtigsten: „Du ziehst die Arme nahezu gestreckt und viel zu weit außen durch. Die Kraft verpufft.“ Verstanden, daran wird gearbeitet. So wie auch Lionel Sanders, der Zweitplatzierte von Hawaii, daran gearbeitet hat. Kürzlich stellte er auf Instagram ein Foto, dass seine Armbewegung beim Kraulen im September und jetzt aktuell gegenüberstellt. Genau um diesen Knackpunkt geht es bei meiner Technik auch.

Was ich auch noch üben muss, ist, mein Training zu dokumentieren. Die Kombination aus Laufen und Selbstauslöser führt meist zu Fotos von einer leeren Straße. Laufe ich also extra langsam, nun ja, dann spricht das Ergebnis für sich. Und besuche ich Kurse beim Gesundheitszentrum Chiemgau, dann sehe ich leider erst im Nachhinein, dass meine GoPro keine Fotos aufgenommen hat. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es eine gute Lauf- beziehungsweise Indoor Cycling-Einheit war.

Der Startschuss für das Training von uns Local Heroes im Gesundheitszentrum Chiemgau war die Einweisung vor rund einer Woche. Bis zum EBERL Chiemsee Triathlon am 24. Juni 2018 steht es uns frei, sooft dort zu trainieren, wie wir wollen. Bei mir in den letzten acht Tagen vier Mal. Mein Schlaraffenland ist Wirklichkeit geworden. Nein, ernsthaft, ich bin wirklich froh um die Möglichkeit, mein Athletiktraining mithilfe der professionellen Geräte vielseitiger zu gestalten. Von meinen guten Vorsätzen, was das Stabitraining betrifft, habe ich schon berichtet. Die Übungen sind einfach unverzichtbar für eine gute Rennleistung und ein entscheidender Einfluss auf eine gute oder schlechte Saison. Mit meiner Disziplin der letzten Monate bin ich zufrieden, aber jetzt ist mit der Unterstützung vom Gesundheitszentrum Chiemgau die Gefahr, es schleifen zu lassen, wirklich gebannt.

Was aber unter schleifen lassen fallen könnte, ist meine Vorbereitung auf die Chiemgau Team Trophy – noch habe ich das Langlaufen nicht geübt. Fünf vor Zwölf also. Umso glücklicher bin ich über das „Gemeinsam Fit“-Projekt, das am Dienstag beim Sport Schneider in Traunstein vorgestellt wurde. Es ist eine offene Trainingsgruppe, die bereits einigen Sportlern bei der Vorbereitung auf den EBERL Chiemsee Triathlon geholfen hat und nun liegt der Fokus im Winter auf dem Langlauftraining. Ich freu mich, denn schon lange will ich die Sportart ausprobieren. Außerdem möchte ich unbedingt bei der CTT dabei sein.

Nächsten Dienstag ist das erste Training. PowerOn.

Local Hero Andrea Seehuber bloggt: Tri Team Chieming

Der 3. Juli 2017: Das Anmeldeformular ist schon fast ausgefüllt. Einzig bei der Spalte „Team/Verein“ weiß ich für längere Zeit keine Antwort. Das Local-Heroes-Projekt ist abgeschlossen, einem Verein gehöre ich nicht an. Ich habe nichts, was ich hier eintragen kann.
Das war meine Situation kurz nach dem CST bei der Anmeldung zum Grassauer Triathlon. Zum Triathlon bin durch ein Team, ein gemeinsames Projekt gekommen. Die Tatsache, nun allein zu kämpfen, war ungewohnt und irgendwie nicht erfüllend.
Aber kurze Zeit später hat sich das Problem in Luft aufgelöst: Das Local-Heroes-Projekt ist in Verlängerung gegangen und ich bin der Triathlon-Abteilung des TSV Chieming beigetreten, eine meiner besten Entscheidungen.
Gut, wenn es ganz genau geht, habe ich einen Zwischenschritt übersprungen: meine Beitrittserklärung habe ich erst nach dem Trainingswochenende mit Triathlon-Profi Christian Jais abgeschickt. Es war wichtig und gewinnbringend, wieder jemanden auf meine Technik schauen zu lassen, nachdem das Schwimmseminar mit Europameister Jan Wolfgarten, wo ich das Kraulen eigentlich erst gelernt habe, schon über ein halbes Jahr zurückliegt. Auch das Radfahren am nächsten Tag war eine super Sache, weil ich so die Radstrecke für die Olympische Distanz (OD) beim CST, über die ich nächstes Jahr starten werde, kennenlernen konnte.
Bis es soweit ist, vertreibe ich mir die Zeit mit anderen Wettkämpfen. Beim Tüttenseelauf in Vachendorf bin ich zum ersten Mal wettkampfmäßig die zehn Kilometer gelaufen, die Distanz, die mich nächstes Jahr bei der OD erwartet. Ich konnte unter 55 Minuten bleiben, womit ich für den Anfang zufrieden bin. Aber die eigentliche Leistung haben wir als Tri Team erbracht: als zahlenmäßig zweitstärkstes Team haben wir einen Gutschein für Brotzeit auf der Staudacher Alm gewonnen. Ein paar Wochen später sind wir dort mit dem Mountainbike hin geradelt – eine super Tour.
Mein letzter Wettkampf war der 31. Alzauenlauf in Trostberg, den Profi-Triathlet Julian Erhardt für sich entscheiden konnte. Ich konnte meine Zeit mit 54 Minuten ein wenig verbessern, was mich meinem ersten Ziel von unter 50 Minuten wieder ein Stück näherbringt.

Diesen kleinen Erfolg habe ich der Laufgruppe, die Andi Schmelzer vom Sport Schneider ins Leben gerufen hat, zu verdanken. Es sind Strecken von sieben bis elf Kilometer, die wir jeden Montag um 18:30 Uhr in einem lockeren Tempo laufen. Ohne die Gruppe wäre ich wahrscheinlich wesentlich seltener trainieren gewesen. Bei der Dunkelheit überlegt man es sich zwei Mal noch alleine rauszugehen. Und selten hat man eine solche Gaudi, wenn Andi den Lauf kurzerhand in eine Traunstein-Sightseeingtour umwandelt.
Auch für die Dienstage hat sich eine Trainingsroutine festgesetzt, für die ich sehr dankbar bin: das Schwimmtraining vom Tri Team Chieming im Traunreuter Hallenbad. Von den anderen kann ich viel lernen. Und wie heißt es so schön? „The best athlete is made during the off-season.“

Local Hero Andrea Seehuber bloggt: Off-Season

Seit vier Tagen bin ich von meiner dreiwöchigen Städtereise zurück und war an zwei davon mit meiner Mama auf dem Berg. Die schönsten Wanderungen, die ich jemals gemacht habe.

Erstmal war es derart zufriedenstellend wieder richtig Sport zu treiben. Meine beste Freundin Sabrina und ich haben zwar viele Schritte zurückgelegt, dennoch habe ich sehnsuchtsvoll Läufern und Radfahrern nachgeblickt und mich nach Auspowern gesehnt. Drei Wochen lang habe ich keine Medizin gegen den Triathlon-Virus in mir genommen und mit Medizin meine ich Schwimmen, Radfahren, Laufen, Krafttraining, alternative Sportarten. Ich könnte also nicht motivierter sein, nicht mehr Lust auf Training haben.

Dann waren es grandiose Ziele, die ich davor noch nicht kannte, von dem Wetter ganz zu schweigen. Beide Male bewegten wir uns auf etwa 1400m: auf der Enzian Hütte und der Piesenhausener Hochalm. Mit insgesamt vier Stunden Gehzeit war es im Vergleich zu anderen Almen schön lang und, mein Gott, diese Ausblicke.

Was mich gleich zum nächsten Punkt bringt: nichts ist schöner als der Chiemgau. Wie glücklich ich bin, ihn meine Heimat nennen zu dürfen. Wenn ich mir über etwas im Klaren geworden bin, dann dass ich auf lange Sicht hierbleiben will und Berge um mich brauche.

Aber versteht mich nicht falsch, der Trip durch fünf große europäische Städte war eine unfassbar gute Zeit. Zürich, Paris, Dublin, London, Amsterdam. Der Trip von dem Sabrina und ich schon seit der Mittelstufe geträumt haben. Mit dem Rucksack sollte er sein, für uns das Symbol von Abenteuer, Jungsein und unkonventionellem Reisen. Gut, letzteres ist es vielleicht nicht mehr und auch wenn man zwischen den Stimmungen „Wahnsinn, ist mein Rucksack geräumig!“ und „Oh Gott, ich hab keinen Platz mehr“ schwankt, würde ich es genauso wieder tun.

Besondere Reise-Souvenirs

Weniger Stauraum im Laufe der Reise habe ich selbst zu verantworten. Mehrere Bücher haben den Weg zu mir nach Hause gefunden. Was das betrifft, kann ich einfach nicht widerstehen. Aber wie glücklich ich über meine Funde bin! Besonders bewegt mich „Silence in the Age of Noise“ von Erling Kagge, einem norwegischen Entdecker, der Erste auf allen „drei Polen“: Nordpol, Südpol und Mount Everest. Ich schreibe hier die ersten Zeilen seines Buches auf, in dem sicheren Glauben, dass sie euch genauso packen werden wie mich. „Only when I understood that I had a primal need for silence was I able to begin my search for it – and there, deep beneath a cacophony of traffic noise and thoughts, music and machinery, iPhones and snow ploughs, it lay in wait for me. Silence.”



Alles Kopfsache

Gestern durfte die Welt das Spektakel von Kona verfolgen, den Ironman auf Hawaii. Patrick Lange legte die etwa 226 Kilometer in knapp acht Stunden zurück, andere Zeiten gehen rauf bis 14 oder 15 Stunden. Eine lange Zeit, in der man mit seinen Gedanken allein ist. Ganz zu schweigen von den unzähligen Stunden Vorbereitung. Für mich ist das auch eine Form der Stille von der Kagge spricht. Zeit, in der die Konzentration einzig dem eigenen Körper gilt. Zumindest sollte es so sein. Ich bin die erste, die ein Lied davon singen kann, wie es ist, wenn Gedanken ständig wandern. „Master your mind“ – ich habe Hochachtung vor jedem, der das von sich behaupten kann. Denn beim Triathlon im Allgemeinen und den Langdistanzen im Speziellen ist das von entscheidender Bedeutung. Patrick Lange sagte im Ziel: „Der Kopf ist der Schlüssel.“ Wobei das natürlich für alles gilt.

So viel zum Thema „Kontrolle über die eigenen Gedanken“ und dem „Wesen der Stille“, die Philosophin in mir sollte zufriedengestellt sein. Mit den anderen Büchern fange ich am besten gar nicht erst an. 😉

Local Hero Andrea Seehuber bloggt: Local Heroes 2.0

Niemals hätte ich gedacht, so schnell nach dem Eberl-Chiemsee-Triathlon 2017 meinen Blog fortzuführen. Allemal vielleicht hier und da ein Gastbeitrag, etwa bei meiner Teilnahme 2018. Aber jetzt sitze ich hier und werde meine Erfahrungen wieder regelmäßig veröffentlichen – als Local Hero. Ich kann es immer noch gar nicht glauben, dass ich weitere zwei Jahre eng mit den grandiosen Menschen zusammenarbeiten werde, die mich in den letzten Monaten betreut und unterstützt haben. Meine Teamkollegin Stephanie Brenninger und ich werden weiterhin Teil dieses unbezahlbaren Projekts sein, von dem ich zurecht behaupten kann, dass es mich entscheidend beeinflusst hat. (Ich denke sogar ernsthaft darüber nach, mit welchem Studium und Beruf ich später wohl am besten dem Triathlon nachgehen kann).

Die Fortsetzung beginnt vor knapp einer Woche, als ich mit Sven Hindl, Bernd Rose und Stephanie im Wirtshaus zusammenkomme. Es ist als abschließendes Treffen gedacht, um über die vergangenen Monate und die Zusammenarbeit zu reden. Aber auch die Frage, wie es weitergeht. Da sind Steffi und ich uns einig: 2018 starten wir auf der Kurzdistanz! Wir haben so viel über Triathlon und die notwendige Vorbereitung gelernt, da sollte das eindeutig drinnen sein.

Andrea Seehuber

Dann will Sven wissen, ob wir uns 2019 die Mitteldistanz vorstellen könnten, ob wir Interesse daran hätten, das „Local Heroes“-Projekt fortzuführen. Ich habe gegoogelt: auf der Plattform Woxikon gibt es für „Ja“ 472 Synonyme – sucht euch eins aus. 😉

Es wird die nächsten zwei Jahre weiterhin professionelle Betreuung durch Bernd und Lauftrainerin Pamela Gutsch geben. Leider konnte sie beim Treffen nicht anwesend sein. Gemeinsam mit ihr werden wir in Zusammenarbeit mit dem Laufbandhersteller h/p/cosmos weitere Laktattests durchführen. Danke auch an unsere Partner Syntace, Aqua Sphere, Puma, Specialized, PowerBar, Kiwami und Airstreeem, die unser Projekt von Anfang an unterstützt haben und uns die nächsten zwei Jahre nach wie vor begleiten werden. Es wird spannend, in zwei Jahren kann sich so viel tun. Für alle Beteiligten, allen voran Sven und Bernd, ist das eine völlig neue Erfahrung, ein Experiment. Aber meine Motivation ist enorm, auch schon bevor ich von der Fortsetzung wusste.

Vom Triathlonvirus befallen

Nach Chieming habe ich an zwei weiteren Wettkämpfen teilgenommen, in Grassau und Waging am See. In Grassau waren die Distanzen etwas kürzer als beim CST: 400 m Schwimmen, 19 km Rad und 4,8 km Laufen. Meine Zeit war 1:13:52 h. Die Distanz in Waging war anders: 750 m Schwimmen, 20 Rad und 5 km Laufen. Im Ziel war ich nach 1:28:57, also knapp eine Minute schneller als in Chieming.

CST-2017_(Steffi Brenninger) (3)Jeder Triathlon war eine gute Erfahrung, aber da geht mehr. Mir ist nach all den Wettkämpfen erst richtig klargeworden, an wie vielen kleinen Dingen man arbeiten kann, um seine Leistung zu verbessern. Beispielsweise habe ich während der letzten Monate meinen Fokus wenig auf meine Ernährung gelenkt. Das werde ich ändern. Endlich habe ich auch eine zuverlässige Triathlon-Uhr (die Garmin Forerunner 920XT, von mir liebevoll Gary genannt) mit funktionierendem Pulsgurt. Sofort habe ich versucht, mir selbst einen Plan zusammenzustellen, denn das offizielle Training für die Kurzdistanz wird im Februar beginnen. Damit habe ich mich an Bernd gewandt und genau das hat mir gezeigt, wie froh ich um die professionelle Unterstützung sein kann. Denn selbst hätte ich nicht erkannt, dass mein Körper noch Zeit braucht, um sich an regelmäßiges und intensives Training zu gewöhnen. „Also höre bitte genau rein in deinen Körper und mach immer nur so viel, wie leicht geht und vor allem was dir wirklich Spaß macht“.

Darüber, wie ich die Zeit bis zum offiziellen Trainingsbeginn letztendlich verbringe, werde ich regelmäßig schreiben. Auf die nächsten zwei Jahre als Local Hero! Ich freue mich unfassbar.

Local Hero Andrea Seehuber bloggt: Am Ende angelangt. Nicht.

Lange habe ich auf meinen finalen Bericht warten lassen, aber er sollte etwas Besonderes werden. Die letzten Tage waren geprägt von meinen letzten Abi-Feierlichkeiten und einem Ferienjob in Vollzeit, in denen mir die Zeit fehlte, mich an meinen Schreibtisch zu setzen und zu überlegen. Wie könnte ich die besondere Bedeutung des Wettkampfes am besten darstellen? Ist es überhaupt möglich, den vielen Gesprächen, Eindrücken und Emotionen schriftlich gerecht zu werden? Kaum, dafür müssten noch viel mehr Texte, in denen ich mit Synonymen und Satzkonstruktionen jongliere, von mir geschrieben werden – in anderen Worten: dafür müsste ich besser schreiben können. Aber nichts bleibt unversucht. Hier ist ein (mehr oder weniger) authentisches Gedankenprotokoll des 23., 24. und 25. Juni 2017. Weiterlesen

Letzte Vorbereitungen

„Auf den Triathlon in organisatorischer Hinsicht vorbereiten“ – das steht in meinem Terminplaner. Ich habe bereits meinen Respekt vor der Wechselzone mit all seinen Regeln geäußert, aber alles ist gut – jetzt bin ich endlich im Besitz „der Bibel“, wie Sven die Zusammenfassung mit allen Informationen und Abläufen zu den zwei Wettkampftagen bei der Helferbesprechung bezeichnet hatte. Vor einem Monat habe ich mein Abitur absolviert und doch fühle ich mich wieder in die Klausurenphase zurückversetzt. Am besten habe ich durch Aufschreiben gelernt und deshalb immer Zusammenfassungen angefertigt. Das habe ich nun vor: die Regeln zu lernen und so zu verinnerlichen. Ein beruhigender Plan, wie ich finde.

Die Helferbesprechung war ein Treffen der freiwilligen Helfer im Chieminger Rathaus. Dem, was meine Mitstreiterin Stephanie Brenninger geschrieben hat, kann ich nur zustimmen: „Veranstalter Sven Hindl und sein Team sind mit ganz viel Herzblut dabei. Da ist über die Jahre was Tolles gewachsen“. Ich ziehe meinen Hut bzw. meine Badekappe vor dieser komplexen Organisation.

Neben dem regulären Training haben Stephanie und ich uns mit Lauftrainerin Pamela Gutsch, die unsere Laktatmessungen durchgeführt hat, auf die Laufstrecke vorbereitet. Wir haben uns kleine Zweige zwischen die Armbeugen geklemmt, die beim Laufen dortbleiben sollten. Was nicht der Fall war, wenn man seine Arme nicht genug gebeugt hat. Aber das war nur eine von vielen Laufübungen.

Anhand von Videoaufnahmen konnte Pam hilfreich die Stärken und Schwächen unserer Laufstile ermitteln. Speziell für den Wettkampf haben wir eine schonende und effiziente Technik eingeübt, bei der man auf kleine Schritte und eine gerade Haltung achtet. So sollte der Hügel der Laufstrecke nicht mehr allzu anstrengend sein. Aber wie gesagt, das war nur eine Ergänzung und kein Ersatz des regulären Trainingsplans. Im Gegensatz zu meinem letzten Bericht war das Training diesmal recht ereignislos. Ereignislos nicht im schlechten Sinne. Schlichtweg solide und zufriedenstellend.

In meinem gesamten Trainingsverlauf, also innerhalb der letzten vier Monate, haben mir die Einheiten der letzten Wochen wahrscheinlich am meisten Spaß gemacht. Es war ausschließlich Koppeltraining und Freiwasserschwimmen.

Gestern hat mir mein Trainer Bernd Rose den letzten Trainingsplan geschickt und gestern habe ich meine Startnummer erfahren: es ist die Nummer 3. Alle guten Dinge sind drei – ist mir egal, dass ich dieses überstrapazierte Sprichwort noch ein bisschen mehr überdehne.