Local Hero Andrea Seehuber bloggt: In den Startlöchern

Regungslos verharren die Biathleten in ihren Angriffspositionen. Angespannt warten sie auf das Startsignal, auf den Moment, in dem sie sich mit den Stöcken nach vorne drücken und auf den Ski beschleunigen. „Fünf, vier, drei, zwei, eins, los!“. Tausende Zuschauer applaudieren, stampfen mit den Füßen, schwenken Fahnen der sechsundzwanzig teilnehmenden Nationen und ich bin mittendrin, mitten unter den Fans auf der ausgebuchten Tribüne. Ich lasse meinen Blick schweifen. Ein hervorragender Platz, um das Rennen zu verfolgen. Angetan von der pulsierenden Atmosphäre fällt es mir schwer, mich ruhig zu halten. Unentwegt verlagere ich mein Gewicht von einem aufs andere Bein. Ok, es ist nicht nur Aufregung. Mir ist kalt. Und noch so viel: ich bin selbst schuld. Aber was tut man nicht, um seine Freunde zu erheitern. 😉 Aber halb so wild, die Männerstaffel beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding nimmt alle Aufmerksamkeit in Anspruch. Bis zum Schluss offen, so schnell und eine Präsentation der schönsten Langlauftechnik, auf die Pam (unsere Lauftrainerin im Local Heroes-Projekt) und ich besonders achten, seit wir auf die Chiemgau Team Trophy trainieren.

Das ist mein Team: CST-Local Heroes & Friends. Mit Steffi, Pam, Trainer Bernd Rose und seinem Sohn Leopold. Leopold führt unser Team an und das zu recht – sein Talent im Sport ist unverkennbar. Während Vater und Sohn das Langlaufen bereits auf einem Niveau beherrschen, das über den Anfänger weit hinausgeht, fangen die Mädels und ich von null an. Ein weiterer Band in meiner Buchreihe „Warum nicht?“. Man könnte meinen, dass ich mit dem Triathlon schon etwas so dermaßen großes Neues begonnen habe, dass vorerst keine weitere Sportart in mein Leben tritt. Falsch, vor allem da sich Langlauf und Triathlon nicht ausschließen, sondern ergänzen. Wieder ist es ein Erfolg, gemessen daran, wie viel Spaß es mir macht. Von der „Gemeinsam Fit“-Trainingsgruppe unter Anleitung von Langlauflehrer Bernhard Huber über Soloversuche hin zu Verabredungen mit Freunden, hat meine „Langlaufkarriere“ verschiedenes erlebt. Und es wird. Pam und ich sind, was Tempo und Können betrifft, ungefähr gleich auf. Wir wollen mehr oder weniger gemeinsam laufen und nehmen uns der Herausforderung von 43,4 Kilometern an. Ich bin gespannt. Klar ist, dass mit dem 28. Januar das Langlaufen nicht erledigt ist.

Mir kommt es so vor, als ob sich vieles gerade in der Phase befindet, kurz bevor der Startschuss fällt. Die Chiemgau Team Trophy, Local Heroes 2.0, meine erste Wettkampfsaison mit dem Tri Team Chieming. Auch manche meiner Ziele rücken näher. Beim 2. Poschmühlner Silvesterlauf konnte ich meine Zeit auf den sieben Kilometern erneut um zwei Minuten auf 36:37 Minuten verbessern. Wieder näher an einer Pace von unter fünf Minuten auf einen Kilometer.

Fünf, vier, drei, zwei, eins, los.